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Also jetzt hab ich ja vor einiger Zeit schon erzählt, dass hier Quarneval war und hab es immer noch nicht geschafft, mal etwas zu schreiben. Im Moment sitze ich eigentlich die meiste Zeit und lerne und komm deshalb kaum zum schreiben. Also nochmal kurz für die, die schon vergessen haben, was Quarnevalen war (die anderen können ja direkt unten weiterlesen): Ein Karnevals Umzug, von Studenten organisiert und zusammen gebastelt. Man verkauft so Heftchen verkaufen und die werden auch gesponsort, also sagt man einfach, was man plant und was man dafür braucht (also schon ganz genaue Stückzahlen und so) und wenn die die Idee mögen, bekommt man alles. Und muss dann nur noch alles zusammensetzen 😀

Also eine Woche hatten wir also unseren Umzugswagen zu basteln. Am ersten Tag haben wir erstmal ein nettes Glas bekommen. Ein Glas, das zumindest die ganze Woche über keinen Boden hatte 🙂 Ich hab es natürlich geschafft, das Teil direkt am ersten Tag so blöd auf einem Billard Tisch abzustellen, dass es runtergefallen und zerbrochen ist. Da war ich schon sehr traurig. Zum Glück hab ich dann ein paar Tage später ein herrenloses Glas auf dem Boden gefunden. Es sah so traurig aus, da musste ich mich erbarmen und es nach Hause mitnehmen. Ansonsten gab es noch T-shirts, Schlüsselanhänger und Patches (die man dann auf den Overall oder Frack näht). Gut ausgerüstet auf jeden Fall. Als „Eintrittskarte“ zum Bauplatz haben wir übrigens alle so Festivalbändchen bekommen. Ohne so ein Band muss man nämlich das Quarnevalen Magazin kaufen um auf den Platz zu kommen. Dieses Heft nennt sich übrigens BRUXanvisningen (zu deutsch: Gebrauchsanweisung) und ist voll mit jede Menge Blödsinn (leider hauptsächlich auf Schwedisch, sonst würd ich die euch auch andrehen).

Unser Thema war Super Mario. Wir dachten uns, jetzt wo es ja Nintento 3D Zeugs gibt, machen wir mal richtig 3D. Man kann entweder selber ein Vehikel bauen oder aber einen Laster bekommen, wo man dann seine Aufbauten auf die Ladefläche stellt. Wir haben uns für die Lasterversion entschieden und uns gedacht, dass wir an die eine Seite ein gigantisches Sofa stellen mit Monster Fernseher und der Rest ist dann das Spiel, mit Ober- und Unterwelt. Und nem Rohr, wo man rauf und runter klettern kann.


Ungefähr so sollte das aussehen in unserer Vorstellung. Als ich also am zweiten Tag zum ersten Mal auf den Bauplatz kam (warum ich am ersten Tag nicht konnte, weiß ich nicht mehr so genau) war die Plattform für die Oberwelt schon fertig. Sah etwas klapprig und gefährlich aus (war sie vermutlich auch) aber man muss halt auch die ganze Zeit bedenken, dass man alles was man in dieser Woche baut zum Schluss in nur zwei Stunden wieder zerlegen muss. Warum, das erklär ich euch später.

Ich hab eigentlich die meiste Zeit damit verbracht, Kostüme zu basteln. Erst ne Bombe, die aber im Endeffekt glaub ich gar nicht mitgekommen ist. Dann dieses böhse Pilzwesen und zum Schluss mein eigenes Pilzkostüm. Ich war sogar in der Zeitung 😀 Wir saßen zu drei Mädels in einem Schaumgummiberg und haben unsere Hüte gebastelt als spontan son Kerlchen von der Metro vorbei kam (das ist die Umsonstzeitung, die man in der Ubahn bekommt) und uns geknipst hat. Wirklich gut sehen kann man mich ja nicht und dann haben sie auch noch meinen Namen falsch geschrieben, aber okay 😀

Ansonsten wars aber schon ziemlich klasse, einfach nur so über den Platz zu laufen und sich alles anzuschauen. Dazu gabs auch musikalische Untermalung bestehend aus einem einzigen Lied, das konstant von morgens bis abends in Schlaufe lief. Anhören könnt ihr euch das hier, sogar mit Lyrics (wer wissen will was das alles bedeutet kann hoffentlich selber googletranslate fragen 😉 ) Nach ein paar Tagen hat man nen permanent Ohrwurm davon auch wenn man gerade nicht auf dem Platz ist.

         

Manne im Rohr und Matteo, der sein Kostüm anmalt, oben sieht man das Rohr noch in nur halb eingepackt und bemalt 🙂 Und auf dem Rohr liegt Idas Hut für die fleischfressende Pflanze.

Die Maschis hier haben aus nem Lastwagen, der spendiert wurde, ein riesen Gangstermobil gebaut. Wirklich beeindruckend. Der Grill vorne dran zum Beispiel ist nicht gemalt. Die haben das wirklich irgendwie da raus geschnipselt. Neben unserer Bauecke samt 2 – 3 Sofas hatten irgendwelche Verrückten (ich mein die waren von Chalmers, Göteborg)

eine fette mechanische Spinne gebaut. Die haben die dann per Computer gesteuert und sich dann von dem Monstrum transportieren lassen. Hat sogar echt ganz gut funktioniert, ist nur leider irgendwann auf dem Weg durch die Stadt kaputt gegangen. Warum weiß ich aber nicht. Direkt neben uns haben ein paar wilde Handwerker eine Achterbahn gebaut. Das Teil muss wirklich Monster schwer gewesen sein, keine Ahnung wie die das auf den Laster gefrachtet haben. Das Teil in Aktion kann man hier im Video sehen. Da berichten die auch über das andere Gefährt der Maschis. Das Teil sieht wirklich ultra gefährlich aus und da saßen im Endeffekt wirklich Leute drin und wurden durch die Gegend gewirbelt.

         

Hier haben wir einmal die Achterbahn (berg-och-dal-bana) von innen. Die haben sich wirklich so krass Mühe gegeben. Das sah alles sehr genau berechnet und geplant aus. Die Steigung auch ganz exakt und so weiter. Leider war eine Kurve zu steil. Da blieb der Wagen ab und an mal stecken, sodass sie im Endeffekt dann doch Kuscheltiere und keine echten Menschen in das Wägelchen gestopft haben. Auf der rechten Seite ist unsere Seitenverkleidung für die Plattform. Das ganze Baugebiet war ja umzäunt und da konnte man ganz gut alle möglichen zu bemalenden Sachen aufhängen.

Insgesamt waren 98 verschiedene Beiträge am Start und die meisten davon waren wirklich klasse. Also einfach mal youtuben und staunen, was es da so gibt. Das seitwärts fahrende Auto war zum Beispiel war einer meiner absoluten Favouriten. Jeden Abend gabs dann noch Livemusik und Fest an der KTH selber. Zwei drei Mal war ich auch da 🙂

Hier ist einmal das gesamte Team vor dem fertigen Kunstwerk. Das war etwa eine Stunde bevor der Umzug dann endlich losging. Insgesamt 2 Stunden sind wir dann durch die Stadt gefahren worden. Übrigens von eine sexy Lasterfahrerin. Die tatsächlich wirklich sexy war 😀

Hinter uns fuhr eine fahrende Disko und vor uns sang so ein Chörchen, aber wir hatten zum Glück und fetten Autobatterien unseren einen Sound und haben da schön Super Mario abgespielt. (Per iPhone und der netten App iMario, für alle die das lustig finden und ihr jeweiliges Gerät ausm Gefängnis befreit haben) Also zwei Stunden lang tanzen in der Sonne auf einer doch nicht ganz stabilen Plattform 😀 An und für sich war die schon okay, bloß die Platten auf denen wir standen waren eher weich.

Unsere Prinzessin war natürlich ein Kerl, wie kann das auch anders sein. Es gab noch ein anderes Team die mit Gokarts „Marioquart“ zum Thema hatten und deren Prinzessin war ein wirklich riesiger Kerl. Aber unsere hatte größere Brüste und nen größeren Arsch! Ganz wichtig!

Insgesamt haben wohl etwa 500 000 Leute zugeguckt hier in Stockholm. An und für sich ja nett, aber als Kölner ist man doch anderes gewöhnt. Aber auf der anderen Seite fand ich diese Karnevalswagen durchaus spannender 😀 

Naja, zum Abschluss des gesamten Events gab es noch eine Abschlussparty. Darum das innerhalb von zwei Stunden abbauen. Um zu diesem Event zu kommen muss nämlich der komplette Wagen zerlegt sein (auch jede einzelne Schraube, jeder Nagel und jede Heftklammer muss gezogen sein) und das gesamte Team muss sich einheitlich präsentieren, verschieden Stempel haben und ganz wichtig, pünktlich vor Ablauf der zwei Stunden kommen um nicht den Bus zu einer bis dahin geheimen Stelle zu verpassen.

Wir waren mit eine der letzten Gruppen, weil wir doch relativ viel an Nägeln verbraucht hatten. Und zum Schluss auch noch beordert wurden den anderen zu helfen, aber wir habens geschafft und sind zum Slutfest (gesprochen: Slütfest, nicht wie im Englischen 😛 ) kutschiert. Das war auch noch ziemlich genial. 1800 Leute in einer riesigen ehemaligen Porzellanfabrik. Dort haben sie erstmal eine Gasque für uns veranstaltet. Das hab ich schon mal beschrieben. Ist eine Art Dinner mit 3 – 4 Gängen, sehr viel Gesang und meistens noch mehr Alkohol. Wie die das für 1800 Leute geschafft haben, dass alle sogar einigermaßen fix das Essen kriegen und so war echt erstaunlich. In der Halle hatten die sogar ein großes Hindernislauf-Hüpfburg-Dings. Bin gegen André, meinen Lieblingsportugiesen angetreten, der mir bei der Gelegenheit nochmal gezeigt hat, wie man sich erfolgreich ganz nach vorne durchdrängelt (nicht das Schweden sich beschweren würden, die schreiben nur böse Mails). Insgesamt also eine wirklich spaßige Woche 🙂

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sieht es im Moment so aus:

aufgenommen um 01:23 oder so:

01:56

So richtig dunkel wirds hier nicht mehr. Fühlt sich irgendwie komisch an. Immer wenn man von ner Party nach Hause geht, denkt man sich „isses schon so spät?“ dabei isses das garnicht. Oder auch um elf Uhr abends siehts eher aus wie 6 normalerweise (oder 2 Uhr im Winter 😀 )

Россия

Die nächste Tour, die ich veranstaltet hab, ging nach Russland. 7 Tage lang mit dem Bus über Helsinki nach St. Petersburg nach Moskau und genauso wieder zurück. Zuerst gings also mit der Fähre nach Turku (Åbo, die Schweden haben da ihren eigenen Namen, genauso wie auch Helsinki in Schweden Helsingfors heißt). Mal wieder eine Partynacht auf dem Boot, wobei diese Nacht eher ruhig war und alle sich erstmal kennengelernt haben. Das ganze war ja als Gruppenreise für Erasmusstudenten ausgelegte Tour, trotzdem waren auch drei Schweden mit. Zwei von denen Kindheitsfreunde, wo ich dann schon direkt dachte, dass dann wohl mit denen nichts anzufangen ist, weil die nur miteinander abhängen. Wurde aber schon direkt am ersten Abend positiv überrascht und hab mit ganz viel mit denen unterhalten.

Dann hatten wir einen Tag in Helsinki wo ich dann zum ersten Mal eine Führung im Bus erlebt hab. Ist natürlich sehr bequem, allerdings auch ein wenig seltsam. Man kann nicht wirklich Bilder machen und irgendwie kommt man sich sehr japanisch vor 😀

Bevor wir losgefahren sind, hab ich noch mit nem Kumpel aus dem ersten Semester hier gequasselt, der aus Helsinki kommt und der hat mir ne große Route aufgemalt, wo ich überall hingehen soll. Der hat uns auch den Tipp gegeben mit der Fähre auf die Suomenlinna zu fahren. Das ist eine Insel mit ner Festung direkt vor Helsinki. Steht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes und war wirklich schön zu bewundern (weitere Infos für den, dens interessiert hier). Abends haben wir dann noch nen anderen Kumpel getroffen, der auch in Helsinki wohnt und der schon wieder zurück war. Das war schon kuhl.

Am nächsten Tag gings dann los über die Grenze. Zettel ausfüllen, anstehen, sich anglotzen lassen und dann durchgewinkt werden. Ein Problem kam auf, als zwei Türken ankamen. Die brauchen nämlich kein Visum um einzureisen, kommen aber im allgemeinen nicht über die finnische Grenze nach Russland (sondern eher irgendwo südlicher).

Das Hotel in Sankt Petersburg war ein riesiger Klotz, irgendwas zwischen 20 und 30 Stockwerke hoch und irgendwie in vergangenen Jahrzehnten steckengeblieben 😀 Aber man ist da ja nur zum schlafen. Wir sind also los mit einem kleinen Trüppchen und an der Metrostation kam dann das erste Problem mit nicht englisch sprechenden Russen auf. Verständigen konnten wir uns schon, mit Händen und Füßen, verkaufen wollten sie mir das Metroticket aber trotzdem nicht, weil mir der Automat nur 1000 Rubel Scheine ausgeworfen hatte. Matteo hat sein Ticket mit nem 1000 bekommen, bei mir als dritte oder vierte fand die Frau das nicht mehr so lustig. Immerhin kostet so ein Ticket ja nur 25 Rubel (zur Umrechnung in Euro teile man mit 40). Die Metro dort ist übrigens eine der tiefsten Bahnen der Welt. Wir haben mal gestoppt wie lange das dauert mit der Rolltreppe hoch oder runter zu fahren. Die tiefste Haltestelle die wir besucht haben, lag 2:35 Minuten tief. 😀

Naja, irgendwie haben wirs in die Stadt geschafft und haben uns erstmal die Kirche der vergossenen Blutes (oder auch „The Church of our Saviour on the Spilled Blood“) angeschaut (da wussten wir noch nicht, dass die so heißt). Ich find, dass Bonbonkirche besser passt :D. Aber das Teil heißt auch „Saviour of potatoes“, weil wohl nach dem 2. Weltkrieg dort Grünzeug gelagert wurde.

Danach gings dann erstmal Futtern und in eine Bar zum gemütlichen Biertrinken. Wirklich verstehen konnten die uns alle nicht, aber zum Glück gibt’s ja Karten wo man zeigen kann was man will. Aber eigentlich hatte ich erwartet, dass die Karten alle nur auf Russisch sind und wir kein Wort verstehen. Naja, zumindest da ist Englisch schon angekommen 😀

Am nächsten Tag sind wir dann zum Katharinenpalast verfrachtet worden und hatten eine durchaus hektische Führung dort. Ich hab mich nach ner Weile abgeseilt, weil die Alte doch tatsächlich einfach nur durch das Schloss gerannt ist. Ich hab die Theorie, dass die nen Deal mit den Souvenirverkäufern vorm Schloss hatte, dass sie uns schneller rausschleust und wir somit ne Stunde auf den Bus warten müssen und zur Ablenkung deren Kram kaufen. Das Schloss allerdings war ganz nett. Etwas zu golden für meinen Geschmack, aber okay. Jedem das seine und das Teil ist ja sowieso nicht dazu da um dort zu wohnen sondern nur um zu zeigen, wie geil man doch ist.

Das Zimmer dessen Wände nur aus Bildern bestanden fand ich allerdings ganz nett. Sogar eigentlich besser als das so berühmte Bernsteinzimmer (wobei das schon ganz nett ist).

Wir durften natürlich keine Fotos von dem Zimmer machen. Warum das so ist, weiß ich nicht. Vielleicht hat die hektische Frau das gesagt, aber ich habs nicht gehört. Wahrscheinlich ist das auch nur so, damit wir die Fotos nachher im Souvenirshop kaufen müssen 😀

Nachmittags wollten in die Eremitage, allerdings war die Schlange erst unglaublich lang, dass wir erstmal irgendwo durch die Gegend gewandert sind und gefuttert haben. Zufällig sind wir dabei an dem Haus meines Ur(ur?)großvaters vorbei gelaufen. Aber das wusste ich da noch nicht. Später sind wir dann aber zurück gekommen und sind doch noch ein wenig durch die Eremitage geschlendert. Haben uns ein wenig ägyptische Sachen und mittelalterliche Waffen angeguckt. Als wir dann aber zu komischen Bilden kamen, wo sich Hunde gegenseitig zerfleischen, sind wir gegangen.

Abends gings dann los mit dem Bus nach Moskau. Das war wirklich die schlimmste Straße, die ich je erlebt hab. Die einzige Straße zwischen Sankt Petersburg und Moskau hat 3 Meter große Schlaglöcher. Wir sind mehr gehüpft als gefahren. 😀 Wir haben irgendwie versucht zu schlafen, aber das ist schon etwas schwer. Irgendwann konnte ich ein Stück Gang in Beschlag nehmen, leider wars da aber unglaublich kalt.

Morgens sind wir dann erstmal los um uns den roten Platz anzuschauen. Zuerst haben wir natürlich die Basilius Kathedrale gesehn. Noch so eine Bonbonkirche.

Im Hintergrund der Kreml. Danach durften wir ein wenig durch die Gegend laufen und uns etwas umschaun 😀

Hier steht die liebe Hannah auf der Marke 0. Von hier aus werden die Distanzen in Russland gemessen. Eigentlich wollten wir uns noch die Wachablösung anschauen, aber die haben wir dort knapp verpasst. Naja, danach haben wir wieder eine dieser Busführungen bekommen. So wirklich zugehört hat wohl keiner, wir haben mehr geschlafen 😀 Immerhin wurden wir ab und zu aus dem Bus geworfen um Bilder zu machen, sonst hätte ich vermutlich auch die Moskauer Universität verschlafen.

Das ist übrigens wirklich die Uni. Gibt nämlich 6 andere Gebäude, teilweise Wohnhäuser und so weiter, die exakt genauso aussehen. Irgendwann später wurden wir dann auf die Stadt losgelassen. Wir sind dann einfach kreuz und quer durch die großen Straßen gelaufen. Zum Beispiel vorbei an dem „russischen Las Vegas“ 😀 Irgendwann abends sind wir noch zur Cathedral of Christ the Saviour.

Und zum Abschluss haben wir noch Fotosession auf dem roten Platz gemacht. Inklusive Emofotos und den obligatorischen Gruppenfotos vor der Basiliuskapelle. Und irgendwann später auf dem Weg nach Hause in unseren riesigen Hotelkomplex (ich glaub, wir waren nur in der 19. Etage von 30 in einem der 4 fetten Blöcke, die direkt nebeneinander standen) haben wir dann festgestellt, dass unser Hotel ein Enterance hat 😀

Am nächsten Tag haben wir zuerst eine Führung des Kremls bekommen… Das war relativ öde, weil die Frau so eine schreckliche Stimme hatte, dass man ihr wirklich nicht zuhören konnte. Das heißt nach ner Weile sind wir einfach nur noch in gebührendem Abstand hinter dem Grüppchen hergedackelt und haben versucht nicht im Gehen einzuschlafen.

Am Nachmittag haben wir uns dann die schönen Stationen der Metro angeschaut. Die liegen an der Ringlinie. Das Gerücht sagt übrigens, dass die Ringlinie gebaut wurde, nachdem Stalin seine Kaffeetasse auf die Pläne gestellt hat und dabei nen Abdruck hinterlassen hat. Die Planer dachten sich, dass sieht gut aus und haben das Teil nachgebaut. Die Ringlinie wird immer braun dargestellt auf den Plänen. 😀

Den Rest des Tages haben wir dann Eisessend in der Sonne verbracht. Wir haben uns von den Polizisten vom Rasen verscheuchen lassen. Die sind da etwas komisch. Alle sitzen auf der Wiese und lassen es sich gut gehen und etwa alle halbe Stunde kommt dann ne Uniform vorbei und schmeißt alle runter. Naja, wir haben uns dann auf das nächste Treppchen gesetzt und von da aus die Stöckelschuh Parade begutachtet. Das ist schon irgendwie krass, ich dachte ja die Frauen in Schweden wären aufgetakelt. Aber hier gehört zu jeden Paar Titten auch ein Paar 15cm Absätze.

Abends ging’s dann wieder ab in den Bus und zurück in Richtung Sankt Petersburg. Wieder eine spaßige Holperfahrt, aber diesmal waren wir alle so müde, dass wir dann doch schlafen konnten. Da morgens angekommen wieder die gleiche Nummer mit der Führung im Bus, wobei ich diesmal wirklich nicht mehr allzuviel mitbekommen habe. Wir waren echt platt.

Der Kerl begrüßte uns als wir endlich im Hotel angekommen waren 😀 Das war schon lustig. Naja, nachmittags dann wieder latschen durch die Stadt, ich hab ein Foto gemacht mit mir vor dem Haus meines Ururgroßvaters und ich hab eine von diesen Puppen gekauft, deren Namen ich mir nicht mehr merken kann, seitdem allein 2 Personen 3 verschiedene Sachen behauptet haben, wie die heißen.

Später am Abend sind wir dann mit allen zusammen in nen netten Club. Ich hab das erste mal in meinem Leben nem Kerl eine reingehauen, weil er mich übelst beleidigt hat, nachdem ich mich um ihn kümmern wollte, dann hab ich später eine Australierin nach Hause geschleppt, weil sie wirklich voll bis untern Rand aber sehr lustig war (ihre Zimmergenossin hat sich dezent verzogen, als sie gesehen hat, dass Tina, ne andere Deutsche, und ich uns schon kümmern werden) und als wir dann um schätzungsweise relativ frühen 3 Uhr am Hotel waren, kommt Matteo total vollgeblutet aus nem Taxi gehüpft.

Der gute Herr hat da im Club ne Russin zum tanzen aufgefordert. Auf ihre Absage, sie sei ja verlobt, meinte er nur, er wolle sie ja nicht heiraten, das wäre ja kein Problem. Naja, er dreht sich um und bekommt n Glas volle Kanne ins Gesicht. Das sah schon ziemlich gruselig aus, war aber zum Glück nur am bluten und sonst nichts schlimmeres. Am nächsten Tag hatte er dann ein Horn 😀

Aber da sind wir dann auch nur noch zurück gefahren. Das war also unser Trip nach Russland.

на здоровье

Die Kulturnacht hier war am 9. April. Ich hab zufällig ein paar Tage vorher irgendwo in der Zeitung was darüber gelesen, sonst hätte ich das bestimmt verpasst. Man konnte sich alle möglichen Konzerte anhören, Theateraufführungen gab es, Filmvorführungen aber auch Sachen wie Salsa tanzen, Schminken, die Museen hatten offen oder zum Beispiel auch das Observatorium.

Wir haben uns an dem Samstag mit Jack, Kehua und Manne getroffen um Billiard zu spielen. Bei Jack auf der Arbeit. Der arbeitet nämlich neuerdings in so ner großen Firma die nen Billiardtisch in der Bürohalle stehn haben. Das will ich später auch mal haben.

Abends sind wir dann zusammen in die Stadt und wollten eigentlich im Stadshuset auf den Turm und den Sonnenuntergang angucken, weil das der einzige Tag im Jahr ist, wo der Turm auch abends auf hat. Leider waren die Tickets aber schon längs alle weg, als wir da angekommen sind. Also hat Kehua uns eine Führung durch die Haupthallen gegeben. Er hat da nämlich früher mal gearbeitet und wusste alles mögliche an interessanten Dingen. Wir waren dort dann in der Blauen Halle (blå hallen, die kein kleines bisschen blau ist) wo das Nobelpreisabendessen mit der Königsfamilie und so weiter abgehalten wird.

Wenn man dort die Treppe herunter schreitet soll man natürlich möglichst majestätisch aussehen (weil man vermutlich genau das sogar ist) und darum gibt es an der Wand auf der rechten Seite (hier gerade nicht im Bild) einen Stern in die Wand gemeißelt, auf den man schauen soll, damit man dem Kopf in einem perfekten majestätischen Winkel hält. Die Treppenstufen sind auch perfekt entworfen um darauf hinabzusteigen. Kehua hat erzählt, dass der Architekt wohl einen Haufen Damen in hochhackigen Schühchen verschiedene Treppenstufenkonstellationen runtergeschickt hat, um herauszufinden, welche Höhe und Tiefe an Stufen am besten zu stöckeln ist.

Das hier ist der Goldene Saal (gyllene salen), der seinen Namen natürlich dem Goldmosaik an den Wänden verdankt. Dieses Mosaik ist wohl von einem Deutschen entworfen worden (oder vielleicht hat der die Methode entwickelt, wie man möglichst effektiv das Gold auf die Glassteinchen verteilt, sodass es gut aussieht, aber möglichst wenig Gold verbraucht und damit nicht so viel kostet. Hab ich vergessen 🙂 ) Hier findet der Tanz nach dem Nobelbankett statt.

Danach bin ich noch mit Manne ein wenig durch die Stadt gezogen und hab mir verschiedene Konzerte angehört, die da überall in Kirchen und so weiter stattgefunden haben. Auf dem Weg von Gamla Stan nach Östermalm haben wir ein lustiges Haus gesehn, dass etwa alle drei Minuten die Farbe gewechselt hat.

Ich will auch mal so ein Haus haben, dass die Farbe wechselt 😀

Ich hab ja jetzt doch schon eine Weile nicht mehr geschrieben. Hab ziemlich lange noch auf Bilder gewartet, aber die hab ich jetzt endlich und einige davon könnt ihr jetzt bewundern. Wir waren Ende März endlich mal oben in Kiruna. Eigentlich wollte ich da schon früher hin, weils ja schon wieder wärmer wurde und ich eigentlich mal die richtige Kälte haben wollte. Naja, im Endeffekt war’s mir eigentlich ganz lieb, dass wir dann doch nur -10 Grad hatten. -22 hab ich ja auch in Stockholm schon gehabt, von daher geht das ja schon.

Wir sind also nach Kiruna. Matteo, Manne, Ana und ich. Am ersten Tag sind wir mit unserem Mietwagen ein wenig durch die Gegend gefahren und natürlich direkt im Schnee stecken geblieben 😀

Manne und Matteo durften erstmal schön graben um uns da wieder rauszuholen 🙂 Die Leute an der Skistation wo die Herren sich die Spaten geliehen haben, haben sich bestimmt auch nur gedacht „ach, Touristen…“ oder noch besser „ach, diese Stockholmer… keine Ahnung haben die von richtigem Wetter“.

Abends sind wir dann mit Schneemobilen los um eventuelle Nordlichter zu erspähen. Und dafür muss man natürlich ordentlich eingepackt sein. Diese Michelinmännchen Anzüge sehen schon etwas seltsam aus, aber bei den Temperaturen hält man ja auch keine Modenschauen (oder vielleicht doch?). Zumindest sind se bequem und warm.

Sind also über nen See und durch den Wald auf n Berg hoch gebrettert. Ziemlich klasse Angelegenheit. Als wir dann oben waren, war’s natürlich noch zu früh um irgendwelche Lichter sehen zu können. Also sind wir erstmal weiter und haben dann mitten im Wald Tee und Plätzchen am Lagerfeuer genossen. Und natürlich im Schnee getobt. Das ist nicht unbedingt einfach sich zu kabbeln, wenn man immer sofort bis zur Hüfte einsinkt.

Etwas später ging’s dann wieder zurück in unser Hüttendorf. Da haben wir dann auch tatsächlich sowas wie Nordlichter gesehen, allerdings ziemlich schwach und nur weiß.

Wir hatten übrigens ziemlich Glück mit unserer Hütte. Eigentlich sollten wir ne 4 oder 5 Mann Hütte bekommen, so ein kleines Teil das nur aus einem Schlafzimmer in Miniformat besteht. Manne hat aber entdeckt, dass wir nur etwa 5€ mehr bezahlen für eine 9 Mann Hütte mit mehreren Schlafzimmern, Bad, Küche und Wohnzimmer. Die anderen Austauschstudenten von der KTH, die zufällig gleichzeitig mit uns da waren und dann in der kleinen Hütte hausen mussten, durften dann neidisch zu uns rübergucken 😀

Am zweiten Tag sind wir direkt morgens los in ner großen Gruppe mit den Schneemobilen zum Eishotel. Für mich war das das erste Mal, dass ich so ein Teil selber gesteuert hab (sind immer zwei auf so nem Ding). Diesmal ging’s hauptsächlich über nen großen Fluss und wir konnten richtig Gas geben. Mit 100 km/h auf nem etwas größeren Rasenmäher ist schon spannend.

Wenn man bei wem anders mitfährt ist das immer ein wenig gruselig, weils halt schon wabbelt und alles und man kann sich nur mit den Knien am Vordermann festhalten, aber selber fahren ist auf jeden Fall extrem cool.

Das Eishotel selber hatte ich mir eigentlich doch ein wenig imposanter vorgestellt. Ich fand es schon ziemlich cool. Einige der Räume waren wirklich klasse. Aber im Endeffekt war es in meiner Vorstellung größer und mit mehr interessanten Räumen 😀

Aber naja, gab schon einiges zu sehen. Das hier ist die Eingangshalle. Ansonsten gabs da noch tolle Bilderramen aus Eis, ein Zimmer, das komplett schief war (da wurde einem ein wenig schlecht, weil das halt so komplett zu einer Seite gelehnt war),

    

der Kühlschrank, der Raum voller Kugeln oder auch ein Zimmer wo man direkt unter einem Bären schläft. Schon ein wenig seltsam. Aber am coolsten war natürlich das im Eisblock eingefrorene Motorrad.

In unserem Hüttendorf gab’s natürlich wie sich das gehört auch eine Sauna. Ne richtige Holzfeuer beheizte Bude auf dem See. Mit einer Klappe im Boden, wo man dann direkt ins Eiswasser springen konnte. Erst fand ich das was gruselig, aber getraut hab ich mich dann doch 🙂

Sieht übrigens ganz schön dämlich aus wenn ich versuche bis zehn zu zählen und nicht einfach so wieder raus zu springen.

Am dritten Tag war dann Hundeschlittentour angesagt. Zusammen mit einer spanischen Familie, die überhaupt kein Englisch verstanden. Das war ne spaßige Sache, weil dann erst einmal eine von unseren Camp versucht hat mit gebrochenem Portugiesisch denen klarzumachen, wie das alles funktioniert. Matteo meinte dann er könnte versuchen das auf Spanisch zu erklären, immerhin hat er ein paar spanische Freunde und kann ein wenig. Und zum Schluss hat dann Manne gedolmetscht. Der hat ja immerhin nen Papa aus Ecuador 😀

Die Hunde waren schon beeindruckend. Fünf so kleine Viecher ziehn mal eben so nen Schlitten. Der Schlittenhundführer war lustigerweise aus Deutschland und noch besser aus Köln 😀 Irgendwo in der Pampa haben wir Pause gemacht und lecker Lachssuppe gefuttert. Auf der Rückfahrt hatte ich dann die Verantwortung für die Bremse (denn mehr als bremsen tut man bei so ner Aktion nicht). Ich kann euch sagen, dass ist ganz schön schwer. Die Bremse besteht eigentlich nur aus zwei ziemlich fetten Pieken, die man dann halt in den Schnee rammt, wenn man bremsen will. Die Hunde sind allerdings so stark, dass die auch vorwärts gekommen sind, wenn ich mit vollem Gewicht auf der Bremse stand 😀

   

Beim Einkauf haben wir dann so lustige Dinge gefunden wie die wirklich ziemlich hässliche Schrumpelorange mit dem passenden Namen Ugli.

Am nächsten Tag sind wir dann in ein anderes Hotel umgezogen und Ana ist mit dem Zug nach Hause gefahren. Vorher sind wir allerdings aber noch zur Elchfarm gefahren und haben uns diese Riesenviecher mal angeschaut. Weils schon mehr oder minder Frühling is hatten die keine Geweihe mehr, aber beeindruckend groß waren sie trotzdem. Durften die auch mit Apfel füttern. Und natürlich war das ältere Pärchen aus Deutschland, die auch dort waren, auch aus Köln. Wie könnte es auch anders sein.

   

Es ist schon irgendwie kompliziert mit den Tierchen ein nettes Bild hinzukriegen. Die bewegen sich immer so schnell weg. Und auf der rechten Seite sieht man jede Menge Scheiße, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Wurst da oben ist Bärenscheiße und das Köttelchen sowie die „Geldscheine“ sind Elchscheiße. Und besonders den Deutschen wird nachgesagt, dass sie total auf den Mist abfahren und jede Menge Elchkacke kaufen. Irgendwie sind wir schon ein abartiges Völkchen.

An unserem letzten Tag wollten wir nach Abisko fahren, das ist so ein Nationalpark noch ein Stück nördlicher. Auf dem Weg dahin hat es aber unglaublich angefangen zu schneien. Das hatte fast schon Nordkapp Qualität. Also konnten wir nicht wirklich was sehen. Stattdessen haben Matteo und Manne sich Eis am Stiel gekauft und in Unterwäsche draußen im Wind das gegessen, weils ja viel zu warm war 😀

Viel mehr konnten wir dann auch nicht mehr machen, denn unser Flug am nächsten Morgen ging schon um 6 Uhr.
Alles in allem war’s aber ein wirklich super Trip 🙂

Neue Unsinnigkeiten der schwedischen Sprache.

Was die Schweden sich so unter Fraß vorstellen, dem deutschen Begriff entspricht es jedenfalls nicht. Sonst würde sich nämlich Zeugs wie das hier nicht so gut verkaufen:

Meine Damen und Herren: Haferfraß!! Als weitere Varianten gibt es auch Roggenfraß (Rågfras) oder auch den allseits beliebte Dinkelfraß. Das hübsche Kerlchen da in der Ecke ist übrigens Mr. Oatman, die singende Vogelscheuche, die natürlich nur dank Havrefras soviel Energie hat, von ihrer Stange zu hüpfen 😀

Und entgegen dem was man als Deutscher unter so einem Namen vermutet schmeckt das Zeug sogar ziemlich gut.

Ansonsten ist beispielsweise ein Schal im schwedischen ein halsduk, während ein Halstuch als sjal (gesprochen schal) bezeichnet wird. Warum auch nicht. Solche Wortverdrehungen gibt es auch bei unhöflich und unartig (im schwedischen oartig und ohövlig).

Letztens hatte ich noch mehr so nen Quatsch, aber natürlich hab ichs inzwischen verplant. Das kommt dann, wenn es mir wieder einfällt.

Ansonsten ist es hier endlich langsam mal Frühling. Als ich vor ein paar Tagen aus Russland wieder gekommen bin (Artikel folgt) war auf einmal alles grün. Daraufhin musste ich dann natürlich direkt mal mit Manne in den Kungsträdgården um da unter den Kirschbäumen ein Eis zu essen.

Mit der Sonne direkt im Gesicht schau ich etwas zweifelnd 😀 aber es war wirklich super und wir haben riesen Eis gefuttert. Leider wars gestern und heute schon wieder ziemlich kalt und irgendwer wollte mir weiß machen, dass am Donnerstag wieder Schnee fallen soll. Das werden wir dann sehn.

Gestern war dann Valborg angesagt. Das ist einfach nur fett Party und das geht am besten in Uppsala, weil das auch so ne Studentenstadt ist. Wir also Stube gebucht, schon gut angedüselt vom grillen auf Mannes Dach in den Zug gehopst und dann ab nach Norden. Erstmal Party bei nem Kumpel von nem Kumpel in der Bude. Wie man das so macht. Dann am nächsten Tag gings los. Groß Party den ganzen Tag in nem Park. Das hat so mehr festivalähnliche Züge, weil man hier ja nicht öffentlich saufen darf und halt nur an diesem einen Tag das dann doch ok ist. Also hockt dann der gemeine schwedische Student an Valborg auf der Wiese, die einfach nur super überfüllt ist, und säuft wie blöd. Was die sich hier an Rausch antrinken wirkt eher wie beklopptes, 16jähriges, ich-kann-mehr-als-du-Saufen :D. Nach ein paar Stunden ist dann die Wiese auch mehr eine durchschnittliche Müllhalde, aber mit genügend Pegel macht das ja auch nichts aus.

Und am nächsten Morgen kommt ja zum Glück wer, der den Murks wegmacht. Andere Aktivitäten gibts dort auch, hab ich aber leider verpasst. Werd ich wohl nochmal wiederkommen müssen.

ist schon erstellt und wartet auf meinem Ipod, dass ich demnächst wieder Internet hab.

Mein Mitbewohner hat nämlich die Rechnung nicht bestellt und dementsprechend klauen wir gerade Internet von den Nachbarn, aber das geht mit dem Ipod nicht. Werd also demnächst irgendwo hin, wo es Wireless gibt, um euch wieder mit Lesestoff und schönen Bildern zu versorgen.

Tut mir Leid, dass das jetzt so lange gedauert hat, aber ihr bekommt dann bald nen langen Artikel über unsere Reise nach Kiruna und dann die Reise nach Russland.

Freut euch schonmal drauf

Onkelchen zu Besuch

Das Wochenende war mal wieder ganz unterhaltsam. Freitag morgen hab ich eine SMS von meiner Tante bekommen, dass sie und mein Onkel übers Wochenende in der Stadt sind und die Mutter meiner Tante besuchen. Und mich auch mal Treffen wollen, wo sie schonmal da sind. Das heißt, ich hab Freitag weiter IKEA-Tüten geschleppt, mit Manne zusammen auch meine Kommode (alles mit dem Bus) bin dann zum Abendessen zu meinem Onkel am Fridhemsplan. Der hatte lecker Lachs gekocht, das war ganz nett. Danach gings dann weiter zu Matteos House Re-warming Party. Der gute Herr war wirklich sehr betrunken. Hab Manne und Kehua erstmal noch bei mir zuhause abholen müssen, weil die da mit Jack Abendessen veranstaltet haben. Matteo kann sich nicht mehr wirklich erinnern, aber er hatte ziemlich zerstörte Hände am nächsten Tag.

Samstag hat Jack bei sich zuhause n Fest gegeben zur Feier seines bestandenen Examens und seines neuen Jobs. Bin da was früher aufgetaucht und hab versucht, Cheesecakebrownies zu machen. Ist leider nur fast gelungen, denn der Ofen war wohl ein wenig zu schwach, war etwas matschig. Was ja bei Brownies nicht soo schlimm ist, hätte aber besser sein können 😀 Ansonsten wars n echt netter Abend. Tatsächlich mal nur Schweden. TCHACKAAA! Und mein neuer Mitbewohner war auch da, sehr praktisch, so musste ich nicht alleine nach Hause fahren. Das ist schon sehr angenehm. Nur zwei Stationen mit der Tunnelbana, das macht schon durchaus was aus. Und dann auch keine 20 Minuten laufen, bis man zuhause ist.

Sonntag Morgen hat dann mein Onkel nochmal angerufen und hatte spontan die Idee mit mir die Wände in meinem doch eher gammligen Zimmer zu streichen. Ich hab verplant wie ich bin kein Bild von den ekligen Wänden gemacht, aber die waren alle gelb – braun mit fiesen Fett- und anderen Flecken. Ich hab mich fast nicht getraut da drinne zu schlafen, mit dem Bett an der Wand… Hab also Sonntag erstmal das Internet abgegrast nach Läden, die Wandfarbe verkaufen, am Sonntag offen haben und auch noch möglichst in Stockholm liegen (wollte nicht unbedingt nochmal nach Täby fahren nur um dann festzustellen, dass das Kaff immernoch genauso öde ist, wie letztes Mal und der Laden dann doch keine richtige Farbe verkauft :D). Dann also mit Onkelchen Farbe gekauft und ab nach Hause. Manne und Matteo haben auch zeitweise mitgeholfen und jetzt sieht es in etwa so aus:

Die Mal-Crew (naja, zumindest Teile davon :D):

Nach dem ganzen Gemale musste ich erstmal eine Nacht im Wohnzimmer auf der Couch pennen, weils doch eher unangenehm roch in dem Kämmerchen. Ich kann euch sagen, die Couch ist zwar so sehr angenehm (und derzeitig mein Arbeitsplatz, was nicht unbedingt förderlich ist 😀 ), aber zum zu zweit drauf pennen nicht direkt geeignet. Von daher war ich schon ganz froh als ich dann zum ersten Mal in meinem Kämmerchen schlafen konnte. Morgens sieht mein Zimmer übrigens so aus:

Die Streifen kommen von den Gardinen und den Fenstern von der gegenüberliegenden Seite. Schon iwie hübsch 🙂

Was man nicht so alles erlebt. Am Donnerstag hatten wie mal wieder Lab für FEM. Total super, weil bei den Hausaufgaben fühl ich mich meistens so, als ob ich nur daneben sitze und die Punkte mit abräume (obwohl ich letztes mal doch ganz gut mitgeholfen habe….) aber bei den Labs bin ich meistens besser. Da müssen wir halt nicht mit Matlab prokeln sondern mit anderen Programmen. Von denen ich zwar genauso wenig Ahnung habe, die anderen aber wenigstens auch nicht. Das hilft, weil ich doch ein wenig schneller schnalle, anscheinend. Dann fühl ich mich wenigstens nicht ganz so unnütz und schmarotzerisch 😀 Die dritte Hausaufgabe hab ich dann auch noch schnell erledigt, die war nämlich auch mit diesem komischen Programm 🙂

Naja, danach hab ich Manne und ein paar von seinen Freunden getroffen. Die haben mir erst nicht gesagt, wohin es geht und was wir machen. Ich wusste nur, dass wir irgendwo mit dem Auto hinfahren und dass wir vermutlich irgendwas basteln, weil Manne Schutzbrille und Atemschutz mitgenommen hat. Eigentlich sollte ich ja zum Treffen mit unserer Projektgruppe gehn, hab ich aber natürlich total verplant und dann einfach gelassen. Hab ne nette SMS geschrieben und mich verzogen.

Im Auto haben sie mir dann erzählt, dass der Kerl, der das ganze Spektakel veranstaltet, schon 85 ist. (Vielleicht auch irgendwas anderes, aber auf jedenfall was mit 80) War etwas erstaunt, aber warum nicht. Da angekommen, ist das ne Werkstatt und die alle basteln an irgendwelchen Messern rum. War echt interessant.

Tommy hat mir dann n Stück Holz in die Hand gedrückt und meinte nur: da, mach was 😀 Hab dann nach ein wenig Zögern angefangen Buttermesser zu basteln. Hab mit erst nicht so richtig getraut die Säge und so weiter zu bedienen. Das Gerät sieht so aus als wollte es ganz gerne mal Finger absägen. Aber nach einer Weile gings dann ganz gut. Bin leider nicht ganz fertig geworden, weil die alten Herren um 9 Uhr dann Schluss gemacht haben, aber das werd ich irgendwann anders wohl noch beenden können. Das war aber auf jedenfall mal ein netter Abend.

Das ist die Rohform. Erstmal zurecht geschliffen und dann in der Mitte durchgesägt, weils für ein Messer dann doch zu dick war und warum nicht gleich zwei machen.

Holzmesserninja

Einmal Rohform, einmal in fast fertig.

Umzug, mal spontan

Wers noch nicht mitbekommen hat. Ich zieh um. Warum? Wie? Was?

Eigentlich dachte ich ja, dass ich hier in Bromma auch die restliche Zeit ausharren werde, vor allem wegen dem Klavier. Naja dann hat Kehua (ehemals Chef von THS International, wer sich noch erinnert) auf einmal auf Facebook verkündet, dass er nen neuen Mitbewohner sucht. Mehr scherzhaft meinte ich, dass ich wohl einzieh, wenn das mit dem Klavier klappt. Nach ein wenig hin und herüberlegen hab ich dann zugesagt.

Die neue Bude ist nämlich nur 2 Stationen von der KTH entfernt in Kungshamra (und nicht ne Tagesreise, so wie meine derzeitige Bleibe), Matteo mein Lieblingsschweizer wohnt da und hier in Bromma ist echt tote Hose, seit alle Leute abgehauen sind.

Erst wars ein wenig hin und her, weil da in der Bude zum Beispiel kein Bett steht. Aber das hab ich zum Glück organisieren können. Genau an dem Tag nämlich hat mich Felix angerufen, einer der hier auch früher gewohnt hat, und der hatte ein Extrabett in seinem Kellerkabuff gefunden. Das ist netterweise immer noch da und ich kann es benutzen.

Mit Kehua wird das bestimmt sehr lustig. Das ist so ein verrückter Chinese, der hier nach Schweden gekommen ist, als er 11 war. Dementsprechend hat der auch schon ne Weile in seiner Bude da gehaust und die ist eingerichtet. So mit Sofa und Esstisch und Fernseher und so weiter.

Wir müssen dann auch auf jedenfall ne Einweihungsparty schmeißen. Garantiert seeehr spaßig. Wenn man sich überlegt, was in der selben Bude an Kehuas Geburtstag passiert ist. Ich hab euch ja das Foto versprochen und hier isses endlich:

Das ist ein FAKE, wir haben uns nicht geküsst 😀 Seehr spaßig. Also die Party wird bestimmt gut.

Heute hab ich meinen neuen Schlüssel bekommen, ein paar Sachen rüber transportiert und morgen gehts dann weiter. Blöd nur, dass ich keinen kenne, der ein Auto hat. Aber naja, gibt nen Bus direkt von Bromma nach Kungshamra, von daher passt das schon.

Meine neue Adresse ist dann übrigens:

c/o Kehua Liu, Kungshamra 43B – 1001, 17070 Solna