Also jetzt hab ich ja vor einiger Zeit schon erzählt, dass hier Quarneval war und hab es immer noch nicht geschafft, mal etwas zu schreiben. Im Moment sitze ich eigentlich die meiste Zeit und lerne und komm deshalb kaum zum schreiben. Also nochmal kurz für die, die schon vergessen haben, was Quarnevalen war (die anderen können ja direkt unten weiterlesen): Ein Karnevals Umzug, von Studenten organisiert und zusammen gebastelt. Man verkauft so Heftchen verkaufen und die werden auch gesponsort, also sagt man einfach, was man plant und was man dafür braucht (also schon ganz genaue Stückzahlen und so) und wenn die die Idee mögen, bekommt man alles. Und muss dann nur noch alles zusammensetzen 😀

Also eine Woche hatten wir also unseren Umzugswagen zu basteln. Am ersten Tag haben wir erstmal ein nettes Glas bekommen. Ein Glas, das zumindest die ganze Woche über keinen Boden hatte 🙂 Ich hab es natürlich geschafft, das Teil direkt am ersten Tag so blöd auf einem Billard Tisch abzustellen, dass es runtergefallen und zerbrochen ist. Da war ich schon sehr traurig. Zum Glück hab ich dann ein paar Tage später ein herrenloses Glas auf dem Boden gefunden. Es sah so traurig aus, da musste ich mich erbarmen und es nach Hause mitnehmen. Ansonsten gab es noch T-shirts, Schlüsselanhänger und Patches (die man dann auf den Overall oder Frack näht). Gut ausgerüstet auf jeden Fall. Als „Eintrittskarte“ zum Bauplatz haben wir übrigens alle so Festivalbändchen bekommen. Ohne so ein Band muss man nämlich das Quarnevalen Magazin kaufen um auf den Platz zu kommen. Dieses Heft nennt sich übrigens BRUXanvisningen (zu deutsch: Gebrauchsanweisung) und ist voll mit jede Menge Blödsinn (leider hauptsächlich auf Schwedisch, sonst würd ich die euch auch andrehen).

Unser Thema war Super Mario. Wir dachten uns, jetzt wo es ja Nintento 3D Zeugs gibt, machen wir mal richtig 3D. Man kann entweder selber ein Vehikel bauen oder aber einen Laster bekommen, wo man dann seine Aufbauten auf die Ladefläche stellt. Wir haben uns für die Lasterversion entschieden und uns gedacht, dass wir an die eine Seite ein gigantisches Sofa stellen mit Monster Fernseher und der Rest ist dann das Spiel, mit Ober- und Unterwelt. Und nem Rohr, wo man rauf und runter klettern kann.


Ungefähr so sollte das aussehen in unserer Vorstellung. Als ich also am zweiten Tag zum ersten Mal auf den Bauplatz kam (warum ich am ersten Tag nicht konnte, weiß ich nicht mehr so genau) war die Plattform für die Oberwelt schon fertig. Sah etwas klapprig und gefährlich aus (war sie vermutlich auch) aber man muss halt auch die ganze Zeit bedenken, dass man alles was man in dieser Woche baut zum Schluss in nur zwei Stunden wieder zerlegen muss. Warum, das erklär ich euch später.

Ich hab eigentlich die meiste Zeit damit verbracht, Kostüme zu basteln. Erst ne Bombe, die aber im Endeffekt glaub ich gar nicht mitgekommen ist. Dann dieses böhse Pilzwesen und zum Schluss mein eigenes Pilzkostüm. Ich war sogar in der Zeitung 😀 Wir saßen zu drei Mädels in einem Schaumgummiberg und haben unsere Hüte gebastelt als spontan son Kerlchen von der Metro vorbei kam (das ist die Umsonstzeitung, die man in der Ubahn bekommt) und uns geknipst hat. Wirklich gut sehen kann man mich ja nicht und dann haben sie auch noch meinen Namen falsch geschrieben, aber okay 😀

Ansonsten wars aber schon ziemlich klasse, einfach nur so über den Platz zu laufen und sich alles anzuschauen. Dazu gabs auch musikalische Untermalung bestehend aus einem einzigen Lied, das konstant von morgens bis abends in Schlaufe lief. Anhören könnt ihr euch das hier, sogar mit Lyrics (wer wissen will was das alles bedeutet kann hoffentlich selber googletranslate fragen 😉 ) Nach ein paar Tagen hat man nen permanent Ohrwurm davon auch wenn man gerade nicht auf dem Platz ist.

         

Manne im Rohr und Matteo, der sein Kostüm anmalt, oben sieht man das Rohr noch in nur halb eingepackt und bemalt 🙂 Und auf dem Rohr liegt Idas Hut für die fleischfressende Pflanze.

Die Maschis hier haben aus nem Lastwagen, der spendiert wurde, ein riesen Gangstermobil gebaut. Wirklich beeindruckend. Der Grill vorne dran zum Beispiel ist nicht gemalt. Die haben das wirklich irgendwie da raus geschnipselt. Neben unserer Bauecke samt 2 – 3 Sofas hatten irgendwelche Verrückten (ich mein die waren von Chalmers, Göteborg)

eine fette mechanische Spinne gebaut. Die haben die dann per Computer gesteuert und sich dann von dem Monstrum transportieren lassen. Hat sogar echt ganz gut funktioniert, ist nur leider irgendwann auf dem Weg durch die Stadt kaputt gegangen. Warum weiß ich aber nicht. Direkt neben uns haben ein paar wilde Handwerker eine Achterbahn gebaut. Das Teil muss wirklich Monster schwer gewesen sein, keine Ahnung wie die das auf den Laster gefrachtet haben. Das Teil in Aktion kann man hier im Video sehen. Da berichten die auch über das andere Gefährt der Maschis. Das Teil sieht wirklich ultra gefährlich aus und da saßen im Endeffekt wirklich Leute drin und wurden durch die Gegend gewirbelt.

         

Hier haben wir einmal die Achterbahn (berg-och-dal-bana) von innen. Die haben sich wirklich so krass Mühe gegeben. Das sah alles sehr genau berechnet und geplant aus. Die Steigung auch ganz exakt und so weiter. Leider war eine Kurve zu steil. Da blieb der Wagen ab und an mal stecken, sodass sie im Endeffekt dann doch Kuscheltiere und keine echten Menschen in das Wägelchen gestopft haben. Auf der rechten Seite ist unsere Seitenverkleidung für die Plattform. Das ganze Baugebiet war ja umzäunt und da konnte man ganz gut alle möglichen zu bemalenden Sachen aufhängen.

Insgesamt waren 98 verschiedene Beiträge am Start und die meisten davon waren wirklich klasse. Also einfach mal youtuben und staunen, was es da so gibt. Das seitwärts fahrende Auto war zum Beispiel war einer meiner absoluten Favouriten. Jeden Abend gabs dann noch Livemusik und Fest an der KTH selber. Zwei drei Mal war ich auch da 🙂

Hier ist einmal das gesamte Team vor dem fertigen Kunstwerk. Das war etwa eine Stunde bevor der Umzug dann endlich losging. Insgesamt 2 Stunden sind wir dann durch die Stadt gefahren worden. Übrigens von eine sexy Lasterfahrerin. Die tatsächlich wirklich sexy war 😀

Hinter uns fuhr eine fahrende Disko und vor uns sang so ein Chörchen, aber wir hatten zum Glück und fetten Autobatterien unseren einen Sound und haben da schön Super Mario abgespielt. (Per iPhone und der netten App iMario, für alle die das lustig finden und ihr jeweiliges Gerät ausm Gefängnis befreit haben) Also zwei Stunden lang tanzen in der Sonne auf einer doch nicht ganz stabilen Plattform 😀 An und für sich war die schon okay, bloß die Platten auf denen wir standen waren eher weich.

Unsere Prinzessin war natürlich ein Kerl, wie kann das auch anders sein. Es gab noch ein anderes Team die mit Gokarts „Marioquart“ zum Thema hatten und deren Prinzessin war ein wirklich riesiger Kerl. Aber unsere hatte größere Brüste und nen größeren Arsch! Ganz wichtig!

Insgesamt haben wohl etwa 500 000 Leute zugeguckt hier in Stockholm. An und für sich ja nett, aber als Kölner ist man doch anderes gewöhnt. Aber auf der anderen Seite fand ich diese Karnevalswagen durchaus spannender 😀 

Naja, zum Abschluss des gesamten Events gab es noch eine Abschlussparty. Darum das innerhalb von zwei Stunden abbauen. Um zu diesem Event zu kommen muss nämlich der komplette Wagen zerlegt sein (auch jede einzelne Schraube, jeder Nagel und jede Heftklammer muss gezogen sein) und das gesamte Team muss sich einheitlich präsentieren, verschieden Stempel haben und ganz wichtig, pünktlich vor Ablauf der zwei Stunden kommen um nicht den Bus zu einer bis dahin geheimen Stelle zu verpassen.

Wir waren mit eine der letzten Gruppen, weil wir doch relativ viel an Nägeln verbraucht hatten. Und zum Schluss auch noch beordert wurden den anderen zu helfen, aber wir habens geschafft und sind zum Slutfest (gesprochen: Slütfest, nicht wie im Englischen 😛 ) kutschiert. Das war auch noch ziemlich genial. 1800 Leute in einer riesigen ehemaligen Porzellanfabrik. Dort haben sie erstmal eine Gasque für uns veranstaltet. Das hab ich schon mal beschrieben. Ist eine Art Dinner mit 3 – 4 Gängen, sehr viel Gesang und meistens noch mehr Alkohol. Wie die das für 1800 Leute geschafft haben, dass alle sogar einigermaßen fix das Essen kriegen und so war echt erstaunlich. In der Halle hatten die sogar ein großes Hindernislauf-Hüpfburg-Dings. Bin gegen André, meinen Lieblingsportugiesen angetreten, der mir bei der Gelegenheit nochmal gezeigt hat, wie man sich erfolgreich ganz nach vorne durchdrängelt (nicht das Schweden sich beschweren würden, die schreiben nur böse Mails). Insgesamt also eine wirklich spaßige Woche 🙂

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